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HISTORY
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Prätalayotikum ca. 3.000 - 1.300 v. Chr.:
Zu Beginn dieser Zeit trägt das Leben auf Mallorca jungsteinzeitliche Züge. Kleine Gruppen von Menschen leben in Höhlen oder Aushöhlungen von Felswänden und beginnen mit der Herstellung erster Keramik. Mit dem Beginn der Kupferzeit, um 2.200 v. Chr., finden wir auch auf Mallorca die aus ganz Westeuropa bekannte "Glockenbecher"-Kultur. Die damaligen Mallorquiner lebten in kleinen, isolierten Familiengruppen über die ganze Insel verteilt. Ein Fund bei Son Oleza brachte einen kupferzeitlichen Bauernhof zum Vorschein, mit Landwirtschaft, Tierhaltung und einem kompletten Bewässerungssystem. Um das Jahr 2.000 v. Chr. vollzieht sich ein gravierender Wandel. Plötzlich erscheint die megalithische Begräbnisarchitektur, die sich im norden Europas bereits seit mehr als 1.000 Jahren entwickelt hatte. Wurden in den Anfangsjahren des Prätalayotikum vor allem natürliche Höhlen als Begräbnisstätten verwendet, so bauten die Menschen in der Mitte dieser Ära sogenannte "künstliche Höhlen". Das waren längliche, gewölbte Räume aus Stein und Erde, in denen Sie ihre Toten bestatten. Diese Sitte war damals über den gesamten Mittelmeerraum verbreitet, und einige dieser frühen Bauwerke, sind auch auf Mallorca, bis heute erhalten. Fast Zeitgleich tauchen die sogenannten "Navetas" (nave=lat. Schiff) auf. Das sind aus großen Steinblöcken gebaute Hallen, deren längliche, gewölbte Form an ein kieloben liegendes Schiff erinnert. Während diese Bauten auf Menorca zum Beispiel ausschließlich als Grabstätten zu dienen schienen, wurden sie auf Mallorca überwiegend als Wohnräume genutzt. Talayotikum ca. 1.300 - 123 v. Chr.:
Zwischen den Jahren 1.300 und 1.200 v. Chr. vollzieht sich ein weiterer bedeutender Wandel. Fast "über Nacht" verschwinden die Navetas, in denen Gruppen bis ca. 50 Personen lebten und es erscheint die Bauform des Talayot. Das waren Dörfer, in denen sich kleine, rechteckige "Reihenhäuser" um einen runden Turm (Arab: Atalaya) im Zentrum ringen und die schätzungsweise 300 bis 400 Einwohnern Platz boten.Den Funden zufolge ist anzunehmen, dass diese Türme überwiegend als Vorratsräume für Getreide oder Fleisch dienten. Ihr Dach wurde als Aussichtspunkt genutzt um das in der Umgebung weidende Vieh zu beobachten oder in Kontakt zum Nachbardorf zu treten. Durch das Fehlen jeglicher Überlieferung oder Aufzeichnung aus dieser Zeit liegt uns bis heute leider kein gesichertes Wissen über das Leben dieser prähistorischen Mallorquiner vor. Alles ist Spekulation und jede weitere Ausgrabung kann neue Überraschungen zutage fördern. Eines der größten Rätsel dieser Epoche ist bis heute ihre Friedfertigkeit. Es scheint so, als ob es eine jahrtausende währende Epoche der Humanität und des Friedens gewesen sei. Bis heute fanden sich bei den Ausgrabungen in den älteren Schichten der Talayotes keinerlei Hinweise auf die Existenz von Waffen, hierarchischen Strukturen oder kriegerischen Auseinandersetzungen. Erst in späteren Zeiten, als punische Soldaten auf Mallorca landeten und die geschickten einheimischen Steinschleuderer für Ihre Truppen anwarben, tauchen die ersten Schwerter, Helme und Lanzen auf. Spätestens seit den Feldzügen Hannibals gegen die Römer betraten die Mallorquiner die Weltbühne und die Iberischen Steinschleuderer galten im ganzen Mittelmeerraum als Elite-Soldaten. Mit dem Untergang Karthagos und der Besetzung der Balearen durch die Römer, im Jahre 123 v. Chr., ist die Ära der talayotischen Kultur offiziell zu Ende. Viele ihrer Dörfer und Bauwerke wurden allerdings auch noch während der Römerzeit und der darauf folgenden Besetzung durch die muslimischen Araber bis hinein ins Mittelalter bewohnt. Erst mit der christlichen Rückeroberung der Balearen durch den Katalonischen König Jaume I. erlischt das Leben in den Dörfern, von denen die Meisten älter sind, als die "ewige" Stadt Rom. Seitdem verfielen die Monumente oder wurden als Steinbrüche für neue Bauten verwendet. |
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