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RAMON LLULL
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| Der zweifellos berühmteste Sohn Mallorcas ist bis heute der spätmittelalterliche Mystiker, Missionar und Philosoph Ramon Llull (Raimundus Lullus). Sein Geburtsjahr wird mit 1232 angenommen. Er galt als Lebemann, war mit allen ritterlichen Künsten gut vertraut und ein Troubadur, der den größten Teil seiner Zeit damit verbrachte Liebeslieder zu dichten und den Frauen hinterher zu jagen. Ihm wird nachgesagt, dass er auch häufig über die Stränge schlug und dann recht unangenehm werden konnte. |
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| Im Jahre 1257 ging er eine Ehe ein, aus der ihm zwei Kinder erwuchsen. Die Wende in seinem Leben geschah um das Jahr 1263. In einer Vision erschien ihm vier Mal der gekreuzigte Christus und er verstand dies als deutliche Botschaft, sich ganz in den Dienst Christi zu stellen. Ramon Llull gab von heute auf morgen sein zügelloses Leben auf, verkaufte seinen Besitz und ging auf verschiedene Pilgerfahrten. Zurück in Mallorca zog er sich als Einsiedler auf den Berg Randa zurück und widmete sich dort fast zehn Jahre lang ausgiebigen Studien. Er lernte Hebräisch, Arabisch und die Grundlagen der islamischen Theologie. Sein Ziel war es jetzt die Juden und die moslemischen Heiden vom einzig wahren Glauben, dem Christentum, zu überzeugen. Dieses Ziel verfolgte er mit dem Ungestüm, der ihm zeitlebens zu eigen war. Abgesehen davon, dass Llull selbst auf Missionsreisen nach Nordafrika ging gründete er in Randa eine Schule, in der junge Missionare hebräisch und arabisch lernen konnten. Er schrieb im Laufe seines Lebens über 250 Bücher in denen er ein universelles metaphysisches System entwickelte. Der Tatsache, dass er diese Bücher außer in arabisch und latein auch in der Volkssprache Katalan schrieb, verdankt das Katalanische seine Erhebung zur Kultur- und Literatursprache. Ramon Llull wusste, dass er den in ihrem Glauben gefestigten Juden und Moslems nicht mit leeren Phrasen und christlichen Dogmen kommen konnte. Um sie davon zu überzeugen, dass das Christentum die einzig wahre Religion ist ersann er deshalb eine Maschine, die auf alle Fragen zur Religion selbsttätig immer eine richtige (logische) Antwort geben konnte. In Informatikerkreisen gilt Lulls Konstruktion einer intelligenten Maschine daher heute als "erster Computer der Welt". Seine Schriften, seine Reisen und nicht zuletzt seine Hartnäckigkeit machten ihn schließlich über die Grenzen Mallorcas hinaus bekannt. Er scheute sich nicht, alle für seine Mission wichtigen Würdenträger Europas aufzusuchen, einschließlich des Papstes. Er lebte und schrieb einige Jahre abwechselnd in Genua und Montpellier, die damals auch zum Königreich Mallorca gehörten, und wurde schließlich als Lehrer an die Sorbonne, die Universität von Paris berufen. So viel er auch für die Ausbildung von jungen Missionaren tat, so wenig erfolgreich war er auf seinen eigenen Misionsreisen. Immer wieder kehrte Llull aus Nordafrika zurück, nachdem er dem Volkszorn gerade eben noch mit heiler Haut entkommen war. Im Jahre 1315 ging Ramon Llull auf seine letzte Missionsreise, er war schon über 80 Jahre alt, nach Bougie in Algerien. Es wird berichtet, er habe im Frühjahr 1316 durch seine frechen, herausfordernden Reden die Menge dort so sehr gegen sich aufgebracht, dass sie ihn auf offener Straße steinigte. Nur mit Mühe und schwer verletzt erreichte er das Schiff, das ihn zurück nach Mallorca brachte. Der Überlieferung nach soll Ramon Llull schließlich vor der Küste Mallorcas, beim Anblick seiner Heimat, noch auf dem Schiff verstorben sein. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Kirche des heiligen Franziskus, in der Altstadt von Palma. |
auf dem Berg Randa in Palma - Sant Francesc |
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