HOSPITALET VELL
   
Dieser Talayot befindet sich an der Ostküste Mallorcas, an der Straße nach Cales de Mallorca. Das gesamte Gelände von Hospitalet Vell war bereits recht früh besiedelt, da sich hier auch Reste von Navetas aus prätalayotischer Zeit finden. Der erhaltene quadratische Talayot und die lange Mauer scheinen jedoch erst aus punischer Zeit zu stammen. Es wird vermutet, dass die Erbauung in das fünfte Jahrhundert v. Chr. fällt – jene Zeit, als die Karthager im westlichen Mittelmeer und am Spanischen Festland verstärkt Handelsniederlassungen gründeten, aus denen später auch militärische Stützpunkte wurden.    HOME

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Der Talayot Hospitalet Vell unterscheidet sich deutlich von allen anderen Talayots der Insel und ist aus mehreren Gründen besonders interessant und einzigartig. Zunächst ist da die ca. 22 m lange Mauer, die ein rechteckiges Gelände umschließt. Sie wurde in einer auf Mallorca sonst unüblichen Technik errichtet. Sie ist ungewöhnlich perfekt gearbeitet und entspricht nicht jener Technik, die von den Erbauern der anderen Talayots seit Jahrhunderten angewendet wurde. Ähnlichkeiten finden sich ehr bei Altgriechischen Mauern aus dem 5. bis 7. Jahrhundert vor Christus. Der von ihr umschlossene Raum scheint anfangs leer gewesen zu sein. Später wurden zwei überdachte Räume eingerichtet und ein Patio mit zwei Feuerstellen.
 
 Anfahrtsplan

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Anfahrt:
Auf der Ostküstenstraße zwischen Porto Colom und Porto Cristo bei km 6 in Richtung Cales de Mallorca abbiegen. Nach ca. 1,2 km ist auf der rechten Seite ein Tor in einem Stück roter Mauer eingefasst.
Das Tor ist wegen der ab und zu auf dem Gelände weidenden Schafe immer geschlossen, aber nicht verschlossen. Einfach öffnen und hinter sich wieder schließen.

Diese Mauer und die Funde zahlreicher Gegenstände aus der Zeit der Punischen Kriege lassen vermuten, dass es sich hier um eine, von Karthagern errichtete Handels- und Militärstation gehandelt haben könnte. Vielleicht wurden hier die berühmten "Honderos" ausgebildet, eine bis in die Römerzeit gefürchtete Elite-Truppe mallorquinischer Steinschleuderer. Immerhin deutet alles darauf hin, dass dieses Gelände in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhundert v. Chr. verlassen wurde, also etwa zu jener Zeit, nachdem Karthago im Jahre 146 v. Chr. von den Römern zerstört wurde und die Römer Mallorca im Jahre 123 v. Chr. militärisch eroberten.

Einzigartig ist auch der quadratische Talayot. Er ist der einzige Talayot Mallorcas, auf dessen Mittelsäule noch Reste der einstigen Abdeckung erhalten sind. Wahrscheinlich deshalb, weil das Dach hier nicht aus den üblichen, mit Laub und Erde versehenen Holzbalken, sondern aus länglichen Steinplatten bestand. Das führte zu der Vermutung, dass dieser Talayot mehrere Etagen gehabt haben könnte. Während die Wände bei anderen Talayots eine deutliche Neigung aufweisen, sind sie hier fast senkrecht.

Bevor man zu den Steinmonumenten gelangt kommt man an den Resten zweier prätalayotischer "Navetiformes" vorbei. Das waren Behausungen in der Form von kieloben liegenden Booten, die lange vor dem Erscheinen der Talyot-Kultur auf Mallorca weit verbreitet waren.