SON FORNÉS
   
Son Fornés ist eine der bedeutendsten und besterhaltenen talayotischen Siedlungen Mallorcas und, vor allem in Verbindung mit dem Museum, auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Fläche des bisher freigelegten Geländes beträgt rund drei Hektar, aber mehr als doppelt so viel befindet sich noch unentdeckt unter der Erde. Über Son Fornes ist vergleichsweise viel bekannt, da es am Ortsrand von Montuiri ein kleines Museum gibt, das sich ausschließlich mit diesem Fundort befasst. Hier arbeiten Archäologen der Autonomen Universität Barcelona, die regelmäßig wissenschaftliche Grabungen durchführen.    HOME

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Die Entstehung von Son Fornés wird in die Hauptphase des Talayoticums, um das Jahr 900 v. Chr. datiert. Während des Posttalayotikums, von 550 bis 250 v. Chr, kam eine neue Bauphase hinzu, die vorhandene Baumasse aus früherer Zeit mit in die Konstruktion einbezog. Auch noch während der Klassischen Epoche von ca. 250 v. Chr., als Mallorca bereits ganz unter Punischem Einfluss stand und den Karthagern als Militärbasis diente, bis 100 n. Chr., also rund 200 Jahre nach der Eroberung der Insel durch die Römer, wurde an Son Fornés weitergebaut. Erst kurz vor dem Fall des Weströmischen Reiches, gegen Ende des fünften Jahrhunderts unserer Zeit, verlieren sich die Zeichen einer Besiedlung dieser Anlage.
 
 Anfahrtsplan

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Anfahrt:
Im Ort Montuiri weisen rötliche Hinweisschilder nach Son Fornes. Sie folgen der Landstraße nach Pina ca. 2,5 km, bis rechts zwischen zwei Mauern eine Öffnung auf einen Feldweg führt. Auch hier ist ein Hinweisschild.

In rund 200 m Entfernung liegt das zwar eingezäunte, aber nicht verschlossene Grabungsgelände vor Ihnen (Achtung: Nicht auf die Mauern steigen. Manches ist einsturzgefährdet.).

Bisher sind die Reste von mindestens zwei Rundtürmen (Talayots) mit daran angrenzenden Wohnhütten freigelegt worden. Diese sind umschlossen von einer Mauer, die dem Ganzen Zusammenhalt und einen übersichtlichen, urbanen Charakter verlieh. Die Mauer wurde aus großen Kalksteinblöcken ohne Mörtel zusammengefügt. Eine Methode, die unter dem Namen „Paret seca“ heute noch auf Mallorca verbreitet ist. Man vermutet, dass hier in Talayotischer Zeit rund 400 bis 500 Menschen gelebt haben könnten. Da der größte Teil des Geländes aber noch in der Erde verborgen ist, sind bei zukünftigen Grabungen durchaus Überraschungen möglich.
Talayot Nummer eins gilt mit seinen 17 Metern Durchmesser und einer erhaltenen Höhe von 3,5 Metern als einer der größten und besterhaltenen Talayot Mallorcas. Seine fünf Meter dicke Außenwand besteht aus zwei Rundmauern, deren Zwischenraum mit Steinen und Erde gefüllt ist. Die einzelnen Steinblöcke haben ein Gewicht bis zu neun Tonnen. Berechnungen haben ergeben, dass zum Bau insgesamt rund 2000 Tonnen Stein verwendet wurden. Den 31,5 m² umfassenden Innenraum erreicht man bis heute durch einen fünf Meter langen niedrigen Korridor. Hier hat man Reste von Scharnieren gefunden, die den Verschluss durch eine hölzerne Tür vermuten lassen. Im Innenraum befindet sich die erhaltene Mittelsäule, die einst als Stütze für das Dach diente. Zu den bemerkenswerten Dingen im Inneren gehören neben zwei Feuerstellen und einer niedrigen halbrunden Mauer auch eine kleine, in die Mauer eingelasse Kammer. Ihre Bedeutung ist bis heute unklar.
Dieser Talayot besaß auch eine Dachterrasse, die über eine Treppe oder Leiter von außen zugänglich war. Auf Grund gefundener Reste vermutet mann, dass das Dach aus radial verlegten Olivenholz-Balken bestand, die mit einem Geflecht aus Ästen abgedeckt waren. Dann wurde die Fläche mit Tonerde versiegelt und mit kleinen Steinplatten belegt. Es scheint sich um ein Vorratslager gehandelt zu haben, denn man fand diesen Talayot hoch angefüllt mit den Überresten von Rindern, Ziegen und Schweinen.

Talayot Nummer zwei ist mit zwölf Metern Durchmesser deutlich kleiner als der Erste. Er hatte auch eine Dachterrasse, wie Talayot Nummer 1. Darüber hinaus ist er jedoch eine Besonderheit unter allen bisher bekannten Talayots Mallorcas. Er besaß nicht den allgemein üblichen Eingangskorridor im unteren Stockwerk. Um in das Innere zu gelangen musste man von außen auf das Dach steigen und konnte dann auf einer in die Wand eingelassenen Wendeltreppe nach unten gehen. Die im Inneren gefundenen Keramiken unterschieden sich von der damals üblichen Gebrauchskeramik so deutlich, dass vermutet wird, es handelt sich bei diesem Talayot um eine Art Versammlungs- Stätte. Hier kam wahrscheinlich nur ein kleiner Kreis von Personen zusammen. Vielleicht die Führer des Dorfes, um rituelle oder politische Zusammenkünfte abzuhalten.

Die Einwohner von Son Fornés lebten hier, wie in anderen Talayotischen Dörfern, auch in kleinen Hütten, die zwischen Turm und Umfassungsmauer wie Reihenhäuser direkt aneinander gebaut waren. Fünf dieser Hütten, die 1988 entdeckt wurden, bestehen aus einer rechteckigen Außenmauer, die im Inneren neben der Mittelsäule zur Abstützung des Daches ein bis zwei Räume von ca. 30-45 m² enthielten.

In der historischen Mühle „Molí d'en Fraret“, im nahen Montuïri (am Ortsausgang in Richtung Sant Joan) unterhält die „Fundación Son Fornés“ ein kleines Museum. Gezeigt werden Funde aus Son Fornés, Tafeln mit geschichtlichen Einordnungen und Darstellungen über das dortige Leben während der rund 1500-jährigen Besiedlung.

Auch die Webpage der Gruppe bietet viel Information: www.sonfornes.mallorca.museum